Wissenswertes

über:

Das Terrarium

Meine Terrariumanlage hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. März 2007 bis heute. Ich habe immer versucht, sie Praktisch aber auch dekorativ zu gestalten.

Aufgebaut ist die gesamte Anlage seit November 2007 wie sie heute zu sehen ist; mit der einen oder anderen kleinen Änderung.

Es gibt ein großes Terrarium mit den Maßen (B/H/T in cm): 120x180x30. Darin steht auf einem Alugestell die Futterarena mit den Maßen: 50x100x25. Die Abfallkammer ist mit 20x40x20 doppelt so lang wie die Pilzkammern mit 20x20x20. Diese haben 2 Bohrungen a 3cm im Durchmesser. Alles ist mit Acrylglasrohren miteinander verbunden. Von der Futterarena zum Eingang steht ein großes Acrylrohr. In diesem Rohr befindet sich eine Kupferrohrspirale an der die Ameisen rauf und runter gehen. Diesen Zugang musste ich präparieren, da sonst die Ameisen den kürzeren Weg über das Rohr statt über die Spirale genommen hätten.

Die Temperatur lässt sich sehr gut über die Beleuchtung regeln. Am Tage, wenn das elektrische Licht brennt, wird Wärme abgegeben und damit die Futterarena sowie die Pilzbecken beheizt. In der Nacht wird es etwas kühler. Durch das große Terrarium, in dem die innere Konstruktion steht, habe ich eine Außentemperatur von gut 26°C. In der Pilzkammer, innen wird es entsprechend mehr sein.

Die Abluft wird über die Rohre abgegeben. Warme Luft steigt nach oben und kann über Metallgitter entweichen.

Ich habe damals die Anlage so geplant, dass ich damit auch bequem umziehen kann. Das habe ich dann auch getan.

  • von links nach rechts 03.2007 / 11.2007 / 02.2008 / 04.2014. Zwischen den jahren 2008 und 2014 bin ich einmal umgezogen.
  • Auch dieses Glasbecken ist eigentlich ein für Reptilien konzipiertes Terrarium. Der Ausbruchsschutz und die Belüftungsgitter sind nach meinen Bedürfnissen und Wünschen speziell gefertigt worde. Es hat oben rechts eine Bohrung, so dass ich eine Verbindung mit dem großen Acrylrohr schaffen konnte. Es musste einfach zu bestücken und zu entladen sein. Es sollte Platz bieten sowie ausbruchssicher und groß genug sein. Seit einiger Zeit habe ich eine Seite mit einem selbstklebenden Klettverschluss versehen, damit die Ameisen besser das Glas hinauf gehen können.

    Mit unter, gerade zur Urlaubszeit muss ich die Futterarena so vollstopfen, dass ich kaum noch die Türen zu bekomme. Wenn ich dann aus dem Urlaub komme ist alles leer geknabbert. So kann ich die Ameisen bis zu 3 Wochen alleine lassen. Ich muss neben Grünpflanzen in einer Vase auch Haferflocken, Zuckerwasser und Obst hineinstellen.

  • Hier war die erste Kolonie noch kleiner, dennoch haben sie nach dem Urlaub zugeschlagen.
  • Im kleineren Becken, dem Pilzbecken, müssen die Ameisen ein feuchtes Milieu herstellen und halten. Mit einer Luftfeuchtigkeit von ca. 90% und einer Temperatur von ca. 28°C entwickeln sich die Ameisen prima. Die Pilzkammern sind mit Acrylrohren miteinander verbunden. Dadurch kann man gut sehen, wie sie die eingetragenen Blätter, Haferflocken, Äste oder Obststücke durch die Pilzgärten zum Zielort transportieren. Auch die Brut wird immer dahin gelegt, wo die Bedingungen für ihre Entwicklung günstig sind. Schön bunt wird es, wenn man Blüten verfüttert.

    Gut zu erkennen sind die unterschiedlichen Farben des Pilzes. In diesen Pilzkammern bauen die Ameisen den Pilz immer oben an und unten ab. Er wandert also immer von oben nach unten. Zur Belüftung gibt es mit Metallgitter gesicherte Lüftungslöcher im Deckel. Diese brauche ich ich aber nur im Sommer, wenn es warm wird. Den Rest des Jahres ist dort ein Deckel drauf.

    In der Abfallkammer werden Tote Schwestern liebevoll von A nach B getragen. Der alte, nicht mehr ertragreiche Pilz, trockene Blätter aber auch mit unter frische Blätter werden dort "verkompostiert" In der freien Natur brauchen sie diese als Motoren für die Belüftung ihrer großen und tief in der Erde liegenden Nester. Ohne dieses Belüftungssystem würden die Ameisen im Boden ersticken. Ihr Instinkt bringt sie dazu, dieses auch in Gefangenschaft anzulegen. Da diese zum Nest gehören und sehr wichtig sind, verteidigen sie diese genauso stark wie ihr Pilznester. Das Becken muss ich etwa alle 3-4 Monate leeren. Je nach dem, wie groß die Kolonie ist.

  • Die Pilzfarbe ist im oberen Bereich anders als im unteren Bereich.
  • In der Abfallkammer werden alte Blätter, verstorbene Artgenossen und alter Pilz gelagert.
  • Die Blattschneider

    Hier ein Bild, dass zeigt, was bei einer Ameise wissenschaftlich genant wird. Natürlich haben die Blattschneideameisen weder einen Stachel, wie auf dieser Abbildung, noch eine Giftdrüse. Im Laufe der Evolution haben sich diese zurückgebildet, da sie sich mit ihren Mandibeln sehr gut verteidigen können.

    Makrofotos von einem Fuß (Tarsus) und der Spitze der Antenne / Fühlers (Funiculus). Hier kann man gut die Strukturen sehen, die einem sonst verborgen bleiben.

    Mehr zu sehen gibt es unter Gallerie.

  • Quelle: Wikimedia
  • Sehr gut sind die Haken zu erkennen. Damit könen sie sich sogar an Glaswänden halten.
  • Hier kann man sehr gut die haarige Struktur erkennen. Das sind alles Sinneszellen mit denen sie sehen, hören und riechen können
  • Die Kaste der Blattschneider ist die, die sich außerhalb des Nestes aufhält. Es sind kleine, aber auch sehr große Ameisen unterwegs. Ich habe sogar mal eine so große gesehen, dass ich dachte, es wäre ein Soldat mit einem Blatt.

    Zuerst geht eine Arbeiterin los und sucht nach geeignetem Material. Je nach dem, was der Pilz benötigt. Der Pilz braucht ein konstantes Milieu; feucht und warm zugleich. Auf dem Weg legt sie eine Duftspur, damit sie den Rückweg wieder findet. Bei einem geeigneten Blatt angekommen, beginnt sie gleich mit der Arbeit. Meist im Uhrzeigersinn sägt sie mit ihren Mandibeln um sich herum. Das Blatt sollte nicht zu groß sein, denn sonst ist der Rückweg zu beschwerlich. Natürlich gibt es auch Situationen, an denen man sehen kann, dass sie sich "vertan" haben. Statt das Blatt, oder den Ast zu kürzen, schleppen sie sich damit ab. Sollten sie zu sehr damit zu kämpfen haben, bekommen sie Hilfe.

    Danach klemmen sie die Blattstücke zwischen den Mandibeln, richten ihre Antennen Ihrer Duftspur entgegen und treten den Heimweg an. Der Gaster (Hinterleib) eingeklappt und dicht über dem Boden, um die Spur für den Rückweg zu setzen. Diese dient gleichzeitig als Spur für die Schwestern. Eine so verstärkte Spur leitet die Nachfolgerinnen zum "Beuteort".

    Ich habe auch festgestellt, dass es eine Arbeitsteilung gibt. Die einen schneiden und lassen die Blätter auf den Boden fallen und die anderen tragen diese dann ins Nest.

    Mehr zu sehen gibt es unter Gallerie.

  • Hier sind 2 Bilder in einem zusammengeschnitten. Die Ameise hakt ihre rechte Mandibelzange in das Blatt, und sägt so Millimeter um Millimeter weiter im Uhrzeigersinn um sich herum.
  • Hier noch mal die Arbeit mit den frei beweglichen Mandibeln.
  • Die Mandibeln sind extra so geformt, dass die Ameisen die Blätter gut tragen können, und gleichzeitig die Antennen immer in Bodennähe, der Duftspur folgen.
  • Die Kaste der Pilzpflegerinnen sind, wie schon beschrieben, eher die sehr Kleinen. Sie kommen in jede Lücke und Ritze und können den Pilz gut umsorgen. Aber natürlich sind die Übergänge der Größen fließend. Die etwas Größeren (und dennoch zu den Kleinen gehörend) haben die gleichen Aufgaben, kommen aber nicht in jeden Winkel des Pilzes.

    Die weiteren Arbeisschritte der Blattverarbeitung sind:

    Die ankommenden Blätter werden gereinigt. Dazu werden sie Millimeter um Millimeter abgeleckt und von fremden Keimen und Schmutz befreit. Es wäre fatal, wenn sich ein falscher Pilz in die Struktur einnistet. Blattschneideameisen leben mit dem Pilz in Symbiose. Nach der Reinigung werden die Blätter zu kleinen Stückchen geschnitten und in die Pilzstruktur eingearbeitet. Sie werden rein gedrückt und fest gerüttelt. Das ist die neue Nahrung für den Pilz. Der Pilz durchzieht die ineinander verkeilten Stückchen mit Pilzfäden und festigt so die Struktur. Er ernährt sich davon, bis keine Energie mehr rausgeogen werden kann. Am Anfang ist die Struktur eher dunkel (frische Blätter), dann weißlich (durchzogen mit Pilzfäden) und später eher gelblich (ausgelaugt). Wenn der Pilz nicht mehr ertragreich ist werden kleine Stücke raus gebrochen und in die Abfallkammer gebracht.

    Natürlich gibt es hier auch etwas größere Individuen, denn sonst könnten sie nicht die größeren Puppen von A nach B tragen.

    Nicht die Größe einer Ameise ist ein Indikator für ihr Alter, sondern die Farbe. Über den Daumen gepeilt könnte man sagen: Je dunkler die Ameise, desto älter ist sie. Eier, Larven und das Anfangsstadium der Puppe sind weiß. Später werden sie gelblich bis orange. Je fester der Chitin wird, desto Roter werden sie dann. Die rote Farbe wird dann immer dunkler, bis sie bei ihrem Tod sehr dunkelrot sind.

    Mehr zu sehen gibt es unter Gallerie.

  • Hier sind gut die kleinen Blattstückchen und die Pilzfäden zu erkennen.
  • Hier hat sich der Pilz schon weiter durch das Substrat gearbeitet.
  • Die Brutpflege wird von fast allen Ameisen in jeglicher Größe übernommen. Auch hier ist der Übergang fließend, so dass die wichtigste Aufgabe, die Brutpflege, von allen übernommen wird. Die kleinen Ameisen pflegen sehr kleinen die Eier und die Junglarven. Etwas größere dann die größeren Larven u.s.w.. Je mehr Futter sie bekommen, desto größer werden sie. Ab einem bestimmten Stadium, verpuppen sie sich und aus einer dicken, runden Larve wird eine Puppe. Bei den Blattschneideameisen sind es sogenannte Nacktpuppen. Sie sind bis kurz vor der Vollendung weiß und werden dann langsam gelblich-orange. Hier auf dem Foto gut zu sehen.

    Mehr zu sehen gibt es unter Gallerie.

  • Gut zu sehen sind die unterschiedlich großen Larven und Puppen in verschiedenen Entwicklungsstatien und Farben.
  • Soldaten sind bei diesen Ameisenart auch weiblich. Es sind also eher Soldatinnen. Dennoch bleibe ich bei dem Begriff Soldat! Die Soldaten sind die Kaste mit den größten Individuen. Sie können bis zu 3 cm groß werden. Sie haben sehr starke Muskeln und damit auch sehr große Köpfe. Ihre Aufgabe ist die Verteidigung des Nestes oder auch die Sicherung des Sammelgebietes. Sie können sehr schmerzhaft zubeißen.

    Damit sie immer gesund einsatzbereit sind, werden sie die gesamte Zeit von den kleineren Ameisen gepflegt, gesäubert und gefüttert. Ich konnte auch beobachten, dass sie die kleinen Reinigungsarbeiten an sich unterbrachen als Gefahr in Verzug war. Sie haben die kleinen dann einfach mit den vorderen Beinen runter gefegt.

    Mehr zu sehen gibt es unter Gallerie.

  • Deutlich zu sehen ist der große, behaarte Kopf
  • die gebogenen Mandibeln sind sehr hart und scharfkantig.
  • Die Königin ist sehr groß und kräftig. So steht es überall zu lesen. In Natura soll sie sehr groß sein, Länge auch 3 cm, wie die Soldaten, aber dafür noch viel dicker. Sie sieht eher aus wie ein Käfer.

  • Da ich meine Königin zwar kurz gesehen habe, aber nicht fotografieren konnte, musste ich zur Anschauung ein Bild aus dem Netz nehmen.

  • Wussten sie schon...

    Neben Menschen sind Ameisen die einzigen Lebewesen, die Vieh- und Landwirtschaft betreiben. Ihre Staaten sind mit denen der Menschen vergleichbar, sowohl in der Anzahl der Individuen, als auch in ihrer Ausdehnung Ihre Gesellschaftsstruktur unterscheidet sich jedoch drastisch von unserer: Arbeiter, Soldaten und die Königin sind immer weiblich, Männchen werden nur zur Befruchtung der Königin benötigt. Manche Arten leben gar asexuell: sie klonen sich selbst, Männchen gibt es gar nicht.

    Bei Ameisen gibt es Staaten von nur wenigen hundert (Leptothorax) bis über 20 Millionen Tieren. Die größte bekannte Ameisenkolonie wurde von dem Schweizer Biologen Laurent Keller entdeckt. Sie erstreckt sich über eine Länge von 5760 Kilometern entlang der Küste der Italienischen Riviera bis in den Nordwesten Spaniens und besteht aus mehreren Millionen Nestern mit mehreren Milliarden Individuen. Normalerweise würden sich die Ameisenvölker untereinander attackieren, es sei denn, sie sind so nah miteinander verwandt, dass sie sich gegenseitig erkennen und als ein Volk akzeptieren. In absehbarer Zeit könnte allerdings die genetische Verwandtschaft der einzelnen Teilvölker dieser Superkolonie derart abnehmen, dass sich die Ameisen untereinander nicht mehr erkennen. Die Superkolonie könnte sich dann in kleinere Kolonien spalten, die gegeneinander um Futter und Lebensraum konkurrieren und sich bekämpfen. Quelle: Wikipedia Ameise
    Ihre Staaten sind mit denen der Menschen vergleichbar, sowohl in der Anzahl der Individuen, als auch in ihrer Ausdehnung: es wurden bereits Kolonien mit einem Durchmesser von tausenden Kilometern gefunden.
    Alle Ameisen dieser Welt sind genauso schwer wie alle Menschen dieser Welt. Wie sich jeder vorstellen kann, ist die Zahl der Ameisen ungleich höher: auf einen Menschen kommen etwa eine Million Ameisen. Eine durchschnittliche Ameisen wiegt also nicht einmal ein Zehntel Gramm. Quelle: Hast du eigentlich gewusst...

    die heimliche Weltmacht

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